Jede Sprache hat ihren eigenen Geheimcode – einen Slang, der im Englischunterricht nie vorkommt und in Wörterbüchern höchstens am Rand erwähnt wird. Genau dieser Code entscheidet aber oft darüber, ob man wirklich versteht, worüber Menschen lachen, flirten oder sich ärgern.
Bei meinem ersten Besuch in den USA im Jahr 2001 wurde ich in einen Comedy Club geschleppt. Mexikanisches Essen, Corona Bier, volle Tische – und auf der Bühne Comedians, die die amerikanische Welt auseinandernahmen. Damals hätte ich mein Englisch durchaus als flüssig bezeichnet, schriftlich wie mündlich. Und trotzdem: Ich verstand kaum ein Wort. Die Witze gingen komplett an mir vorbei.
Die Witze gehen an mir vorbei 😦
Nur die Mimik und Gestik verrieten, worum es ungefähr ging – und das errötete Kichern der um uns sitzenden College‑Studierenden machte klar, dass hier Themen angesprochen wurden, die im angeblich so prüden Amerika offenbar doch sehr offen diskutiert werden: Sex, Körperteile, Anspielungen aller Art.
Mein Problem war nicht die Sprache.
Es war das Vokabular.
Mein neuer Wortschatz
All die kleinen, aber entscheidenden Wortspiele und Ausdrücke für bestimmte Körperteile – Woody, Dick, und viele andere – waren mir schlicht unbekannt. Zwei Jahre später brachten mich Kolleginnen ein wenig auf Stand, aber selbst heute verstehe ich viele dieser Witze nicht vollständig. Es ist kein Drama, aber im zwischenmenschlichen Umgang manchmal eine kleine Herausforderung.
Eines habe ich jedoch gelernt: Wenn ich irgendwann jemanden kennenlernen sollte, der Dick Harden heißt, werde ich garantiert breit grinsen.


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